Alkohol und Rückfall

Für einen alkoholkranken Menschen gibt es nichts Schlimmeres als einen Rückfall in den erneuten Alkoholkonsum, wenn er sich ein nüchternes Leben ohne Alkohol aufgebaut hat.

Ein Rückfall ist nicht nur einfach wieder etwas Alkohol trinken und man beginnt sein nüchternes Leben von neuen, sondern kann viele Folgen haben, die eine neue Motivation zur Abstinenz auf Null sinken lassen kann.

Gerade bei bisher trockenen Alkoholikern, die schon über Jahre hinweg ein Leben ohne Alkohol geführt haben, kann es sehr schwer werden, sich neu zu motivieren und einen neuen Versuch zu einem abstinenten Leben zu beginnen.

Ein nüchternes Leben ohne jeglichen Alkoholkonsum wurde über Jahre erlernt und das mit der Gewissheit, der inneren Überzeugung, den richtigen Weg gegangen zu sein. Dieser Weg wird nun durch den Rückfall in Frage gestellt und der Alkoholiker muss wieder neu lernen, einen Weg für sich zu finden, der ihn wieder zu einer zufriedenen Nüchternheit bringt.

Rückblickend muss bei dem gewählten Weg natürlich nicht alles falsch gewesen sein, denn der Alkoholiker hat ja ein nüchternes Leben geführt, aber eben in einer bestimmten Situation eine falsche Umgangsweise gewählt.

Ein Rückfall baut sich in der Regel über einen längeren Zeitraum auf. Einige Merkmale dazu sind, dass sich die Gedanken wieder ändern, man an sich selbst zweifelt, unzufrieden wird, den Erfahrungsaustausch mit anderen trockenen Alkoholikern schleifen lässt oder gar ganz einstellt und die eigenen, sowie die Erfahrungen anderer Alkoholiker in Frage stellt.

Im Laufe dieser Zeit versuchen einige Alkoholiker für sich selbst Ausreden und Entschuldigungen  zu finden, warum der bisherige Weg vielleicht doch nicht so gut war, es entstehen Zweifel an der eigenen Alkoholabhängigkeit und der Austausch findet, wenn überhaupt, nur noch sehr oberflächig statt, weil man selbst merkt, dass man sich nicht mehr auf der gleichen Ebene austauscht.

Haben sich die eigenen Gedanken schon auf einen Rückfall eingestellt, ist es für andere Menschen sehr schwer, den Alkoholiker noch gedanklich zu erreichen und ihm von einem Rückfall abzuhalten.