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News > DocMorris & Co. als Kostensenker?

Saarländischer Sozialminister Hecken hofft auf massive Einsparungen bei Arzneikosten

Angestoßen durch die umstrittene Eröffnung der ersten DocMorris Apotheke in Deutschland, kommen auch die Festpreise für rezeptpflichtige Medikamente in die Diskussion.


Letzte Aktualisierung dieses Artikels: 29.07.2008, 11:11 Uhr
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Dem Internet-Versender DocMorris die Eröffnung einer Apotheke in Saarbrücken zu gestatten, hat die Diskussion um die Liberalisierung des Arzneimittelhandels in Deutschland erneut entfacht. Der saarländische Sozialminister Josef Hecken (CDU) hofft mittelfristig durch eine weitere Liberalisierung des Arzneimittelhandels auf Einsparungen von fünf bis acht Prozent bei den Arzneimittelkosten (laut "Focus").

Bislang sind nur nicht verschreibunspflichtige Medikamente von der Preisbindung ausgeschlossen, Wettbewerb gibt es also nur bei Aspirin und Co., nicht aber bei den meist sehr viel teureren verschreibunspflichtigen Präparaten. Da auch Medikamente wie Aspirin zwar nicht veschreibunspflichtig, wohl aber apothekenpflichtig sind, hat sich auch bei diesen Produkten bislang nur im Internet ein wirklicher Wettbewerb eingestellt. In Apotheken orientieren sich die Preise meist immer noch an den Empfehlungen der Hersteller.

Online-Apotheken wie DocMorris stellen somit die einzige wirkliche Alternative zu den sprichwörtlichen Apothekenpreisen dar. Entsprechend war die Reaktion auf die Eröffnung der ersten DocMorris Apotheke in Deutschland seitens der Bundesvereinigung der Apothekerverbände (ABDA) durch leichte Hysterie geprägt. Von existenzbedrohenden Entwicklungen ist im Hinblick auf die Liberalisierung des Arzneimittelhandels und die Senkung der Pharmakosten die Rede. Obwohl die Rechtslage umstritten ist, deutsches und europäisches Recht kollidieren in dieser Frage, hatte der zuständige Sozialminister Josef Hecken aber der Eröffnung der DocMorris Apotheke zugestimmt.

Möglicherweise hat ihn dabei weniger eine rechtliche, als eine politische Überzeugung getrieben - die erste Apotheke in Deutschland, die im Besitz eines Konzerns ist, hat zu Recht große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Man hat bemerkt, dass sich da etwas tut, dass jemand es gewagt hat, eines der Heiligtümer des deutschen Gesundheitswesens anzutasten.

Und das war überfällig. Bislang haben es Apotheken meisterhaft verstanden, finanzielle Einschnitte und jede ernsthafte Form von marktwirtschaftlichem Wettbewerb weitestgehend zu vermeiden. Entsprechend überversorgt ist Deutschland mit Apotheken. In den Innenstädten vieler Orte findet man problemlos zwei oder drei Apotheken - in der gleichen Straße. Schätzungen ergeben, dass bis zu 40% der Apotheken in Deutschland bei marktwirtschaftlichem Betrieb nicht überlebensfähig wären.

Sprich: Überflüssig sind.

>> externer Link: Internetapotheke DocMorris
>> externer Link: Kommentar von Oswald Metzger bei Focus Online